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Aus der Festschrift "Orgelweihe Pfarrkirche St. Georg, Sulz", 3. Juni 1973

Bei der Entscheidung, wie der Edelsitz St. Jergenberg einer repräsentanten Außen- und Innenrestaurierung zugeführt werden kann, bot sich Gelegenheit, das Verständnis für die Wertschätzung historisch bedeutsamer Gebäulichkeiten zu dokumentieren. Dank wohlüberdachter Planung von Architekt August Maier, Sulz, wurde auch für dieses Bauprojekt eine zielgerechte Lösung gefunden.

Das aus dem 16. Jhdt. stammende "Schlößchen" behielt seine für unsere Gemeindegeschichte so bedeutsame Bestimmung und dient somit fortan als Wohnung und Pfarrheim. Jedwede bauliche Aktion erwähnter Art hätte nie zustande kommen können, wenn der Sulzer Gemeinschafts- und Opfersinn ausgeblieben wäre.

Aus der Festschrift "150 Jahre Pfarre Sulz" 1843 - 1993

Wer vor diesem großen Haus steht, sieht auch ohe besonderen Kennerblick, dass es kein gewöhnlicher Bau ist. Dieses große Haus am Nordhang des Jergenberges ist geschichtlich äußerst interessant. Das zeigt vor allem auch die sehr schöne Stube im Hause. Über dem Eingang der Stube ist die Jahreszahl 1599 angebracht. Drei Wappen schmücken die Stube im Renaissancestil: das Metzler-Wappen, das Furtenbach-Wappen und das Altmannshausen-Wappen.

In der Pfarrchronik-Urbar II vom Jahre 1775 ist nachzulesen, dass 1553 die Pfründe in Sulz mit der Frühmeßpfründe in Rankweil vereinigt wurde: "Das Pfründehaus wurde den Metzlern Bürgern in Feldkirch um 115 2/3 Gulden käuflich überlassen. Die besagten Metzler bauten 1569 das jetzt vor Augen stehende Schlößlein auf selbigem Platz. Später ist es den Edlen von Furtenbach und Altmannshausen, letztlich aber dem hoch- und wohlgeborenen Herrn Franziskus Zech von und zu Deybach Freiherrn zu Sulz zugekommen."

1839 kaufte die Gemeinde Sulz diese Besitzungen. Seit 1843 ist der südseitige Teil des Hauses Pfarrhaus. Im unteren Teil, von der Nordseite gesehen die zwei untersten Fensterreihen, war von 1843 bis 1959 die Schule einquartiert. Als 1959 die Schule in den Neubau übersiedelte, wurden die Räume für pfarrliche Gruppen verwendet.

1971/72 wurde das ganze Haus - Pfarrhaus und Pfarrheim - gründlich renoviert. Im Pfarrheim wurden ein Pfarrsaal, ein Raum für die Jugend, ein Sitzungszimmer und eine kleine Küche eingerichtet. Diese Räume sind für die heutige Art der Seelsorge wertvoll. Sie werden gut genützt. 1992 erhielt das Haus ein neues Dach. Die Außenfassade wurde neu gefärbelt, und mit den grauen Rahmen um die Fenster wurde der Charakter des Hauses stärker betont.