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Impulsabende in der Fastenzeit
in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk

Nach dem Buch von Johannes Hartl und Leo Tanner „Katholisch als Fremdsprache“, wurden die sehr ansprechend aufbereiteten Impulse zur Fastenzeit in der Pfarre Sulz angeboten. Der Veranstalter war der PGR Sulz mit dem Katholischen Bildungswerk– „Wege erwachsenen Glaubens“.

Es waren insgesamt vierTermine in der Fastenzeit, die an drei Abenden im Pfarrsaal und am Abschlussabend im Foyer der Volksschule Sulz stattfanden. Die Vorträge wurden nahezu ausschließlich von Gläubigen der Sulner Pfarrgemeinde besucht, einzelne Interessierte aus den Nachbarpfarreien fanden auch den Weg zu uns.

Am ersten Abend stellte uns Mag. Jürgen Mathis, der Leiter der Seelsorge des LKH Feldkirch, die „Kirchengeschichte – Lernen aus den Jahren der Geschichte“ vor. Er berichtete u.a., dass die Kirche als wanderndes Volk Gottes begann, früher der Glaube wesentlich selbstverständlicher war und heute zumeist zur Privatsache avanciert ist. Es gab anfangs kleine Zellen und Hauskirchen und das erste Symbol der frühen Christen war der gute Hirte mit dem Schaf auf dem Rücken.

Am zweiten Abend wurde von Angela Leu aus Dalaas das Thema „Sakramente“ präsentiert. Sie begann die bildhaft sehr anschauliche Präsentation, wie das erste Sakrament (= sichtbares Zeichen der verborgenen Heilswirklichkeit) des alten Treue- und Liebesbundes von Gott mit Noah im Regenbogen sichtbar begann. Danach schloss Gott einen Bund mit Abraham durch ein Opfer. Mose trat dann als Vermittler Gottes für das Volk im Bundesschluss mit den Gesetzestafeln auf. All die Bünde, die Gott geschlossen hat, deuten auf den großen, neuen und ewigen Bund hin. Jesus wird zum Mittler und gleichzeitig Opfer, besonders aber Priester des neuen Bundes. Er war und ist in der Realität des Hl. Geistes gegenwärtig und wirksam. Die Zeichen, in denen Jesus jederzeit weiterlebt, sind die Sakramente. Taufe, Firmung und Eucharistie (genannt auch das Herrenmahl) sind die Initiationssakramente für uns als Christen.

Am dritten Abend war Mag. Christian Kopf, Leiter des Bildungshauses Batschuns, mit dem Thema „Katholisch Kirche – Eine oder viele Kirchen“ bei uns. AmAnfang konfrontierte er uns etwas mit der Frage: „Wie bin ich heute da, warum bin ich heute da?“ Er berichtete von der anfänglichen Jesusbewegung, seiner Jüngerschaft, die sich dann in ihrem weiteren Verlauf zu einer Kirche entwickelte, sich weiter verzweigte und verästelte. Eigentlich konnte und kann man dadurch von verschiedenen sich herausbildenden Kirchenbildern sprechen. Die Kirche sei ein lebendiger Organismus. Er erläuterte uns, dass eine sichtbare und eine unsichtbare Kirche existiere. Diese früheren und die darauf folgenden Entwicklungen bis jetzt führte er dann sehr anschaulich aus.

Und schließlich stellte uns am vierten Abend Dr. Markus Hofer von der Fachstelle Glaubensästhetik der Diözese, das Thema „Heilige – die Wolken der Zeugen“ sehr kompetent vor. Er berichtete von den Anfängen der Christenverfolgungen. Wie die ersten männlichen und weiblichen Märtyrer uns singend und betend zu Mutmachern und Vorbildern im Glauben wurden und es zum Teil auch heute noch sind. Am Todestag der Märtyrer habe man sich versammelt und sie verehrt. Daraus sei die Tradition des Namenstages entstanden, der früher viel wichtiger gewesen sei als der Geburtstag. Als Reliquien wurden Teile der Gebeine in die Kirchen gebracht und dort meist unter den Altären platziert. Man sagte, dass in jedem Teil des/der Heiligen die ganze Kraft stecke. Die Kirche wurde dann diesem Heiligen geweiht. Er berichtete, dass alle 14 Nothelfer als Fürsprecher in allen Nöten im Bündel angerufen wurden. Frauen hatten meist die Hl. Mutter Maria angerufen. Sie war als große Fürsprecherin besonders wichtig, da die Medizin früher äußerst dürftig und die Geburtensterblichkeit bis zu 40 % war. Die Hl. Hildegard von Bingen war vom früheren Papst offiziell sogar als Prophetin anerkannt worden. Berufszweige hatten Heilige zu Patronen gemacht.

Jürgen Hänsch, PGR Sulz